Heidelbeerkuchen und Stück mit Tortenheber

Blaubeerkuchen mit Waldheidelbeeren und Streuseln – schnell, einfach und vielseitig

Ich habe bestimmt schon häufiger in meinem Leben Blaubeerkuchen gegessen, aber ich erinnere mich nur an ein einziges Mal so deutlich – und das war in unserem Schwedenurlaub, als ich etwa zehn Jahre alt war. Drei Wochen Sommerferien, unter anderem in Småland, dem Zuhause von Astrid Lindgrens Geschichten: sumpfige Birkenwälder, kleine Seen, Holzboote am Steg.

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Heidelbeerkuchen und Blaubeeren in Schalen auf Tisch mit roten Küchentuch

Der Inbegriff von Sommer, Wald und Schweden

Dort sind wir buchstäblich über Waldheidelbeeren gestolpert und haben sie begeistert gesammelt – in leere Plastikflaschen, weil wir nichts anderes dabeihatten. Ohne Waage und ohne Anleitung aus dem Internet hat meine Mama daraus einen unglaublich leckeren Kuchen gezaubert. Denn sie konnte das Rezept für den einfachen Teig, den ich euch heute vorstelle, aus dem Kopf: 2 Tassen Mehl, ½ Tasse Speisestärke, ½ TL Backpulver (gestrichen), 1 Eigelb, 1 Tasse Zucker, etwa 150 g Butter. In meiner Erinnerung ist das der beste Kuchen, den ich je gegessen habe. Denn all das – Schweden, Sommerferien, Wald – steckt für mich in einem einzigen Stück davon.

Ein Stück Heidelbeerkuchen auf Teller mit Gabel

Für den heutigen Kuchen habe ich ganz in nostalgischer Erinnerung wilde Heidelbeeren im Wald gesammelt. Während mein Baby mit meinem Partner ein wenig die Umgebung erkundet hat, saß ich in der Hocke zwischen Heidelbeerbüschen und Ameisen auf weichem Waldboden und habe es einfach genossen. Sonnenlicht fiel durch die Baumkronen, und ich hätte dort noch stundenlang verweilen können. Eine kleine Waldmeditation.

Ohne Ausrollen oder Kaltstellen – schnell und unkompliziert

Das einfache Tassen-Rezept stammt ursprünglich aus einer Für Sie-Zeitschrift aus den 70ern – ein sogenannter „Quickteig“. In unserer Familie ist es ein echter Klassiker. Meine Mama hat die Seite damals ausgeschnitten, abgeheftet und mit Variationen ergänzt – die erste Notiz trägt das Jahr 1975. Der Zettel steckt heute noch in ihrem dicken Rezepteordner. (Haben den eigentlich alle Mütter dieser Generation?)

Der Teig erinnert an klassischen Mürbeteig, lässt sich aber viel einfacher verarbeiten: kein Ausrollen, keine Ruhezeit im Kühlschrank. Einfach in die Form drücken, Beeren drauf, fertig. Ideal für spontane Backgelüste. Und vielseitig: Er passt nicht nur zu Blaubeeren, sondern auch zu allem anderen Obst, das gerade Saison hat – oder als Boden für Käsekuchen & Co. Rezepte dafür folgen bald.

Auch ohne Waldspaziergang lecker

Wer keine Möglichkeit zum Sammeln hat, kann natürlich auch auf Kulturheidelbeeren zurückgreifen – frisch oder tiefgekühlt, beides funktioniert gut. Ich selbst habe für den heutigen Kuchen eine Mischung verwendet: die zarten, fast schwarzen, wilden Blaubeeren aus dem Wald und ein paar dickere aus dem Garten (danke, Schwiegerpapa!), damit es am Ende auch für den ganzen Kuchen reicht.

Heidelbeerkuchen in kleiner Springform

Den Zuckergehalt habe ich deutlich reduziert: Statt einer ganzen Tasse verwende ich nur eine halbe. Für uns reicht das vollkommen aus. Gebacken habe ich in einer kleinen Springform und dafür nur die halbe Menge Teig verwendet. Die andere Hälfte wartet bereits im Tiefkühler auf ihren nächsten Einsatz – vielleicht mit Brombeeren. Der Teig lässt sich nämlich wunderbar einfrieren und bei Bedarf einfach auftauen und direkt weiterverwenden.

Aber genug erzählt – hier kommt das Rezept, damit ihr euch selbst ein Stück Schwedensommer backen könnt.

Blaubeerkuchen mit Waldheidelbeeren und Streuseln – schnell, einfach und vielseitig

Rezept von AnnaSchwierigkeit: Leicht
Portionen

12

Portionen
Zubereitungszeit

20

Minuten
Kochzeit

30

Minuten
Gesamtzeit

50

Minuten

Ein unkomplizierter und schneller Heidelbeerkuchen mit zartem Teig – perfekt für spontane Sommertage oder als süße Erinnerung an den letzten Schwedenurlaub.

Zutaten

  • Für den Teig
  • 2 Tassen Mehl (ca. 300 g)

  • ½ Tasse Speisestärke (ca. 75 g)

  • ½ TL Backpulver (gestrichen)

  • 1 Eigelb

  • ½ Tasse Zucker (ca. 90 g)

  • ca. 150 g weiche Butter

  • Für den Belag
  • ca. 700g Heidelbeeren (Waldheidelbeeren, Kulturheidelbeeren oder gemischt)

  • 1–4 EL Zucker (je nach Süße der Beeren)

Zubereitung

  • Alle Zutaten außer den Beeren in eine Schüssel geben und zu einem Teig verkneten. Falls der Teig zu trocken ist und sich noch nicht zu Streuseln verbindet, esslöffelweise Wasser dazugeben.
  • Etwa zwei Drittel des Teigs in eine gefettete Springform drücken.
  • Die Beeren mit dem zusätzlichen Zucker vermengen und gleichmäßig auf dem Teig verteilen.
  • Das letzte Drittel Teig als Streusel über die Beeren geben.
  • Bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 30-35 Minuten backen, bis die Streusel goldgelb sind.
  • Abkühlen lassen und genießen – mit einem Klecks Sahne schmeckt er besonders gut.

Notes

  • Der Teig lässt sich problemlos einfrieren.
  • Für eine kleine Springform reicht die halbe Teigmenge.
  • Statt Heidelbeeren sind auch andere Beeren oder Früchte möglich.
  • Wer es klassisch süß mag, kann die Zuckermenge im Teig auf bis zu 1 Tasse erhöhen.
  • Es geht auch noch gesünder: weiter zuckerreduziert (mit 50g Zucker statt 90g) und mit bis zu 50% Vollkornmehlanteil. Gegebenenfalls Wasser hinzufügen, falls der Teig zu trocken ist.

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