Eltern werden: 10 herzerwärmende Filme für die Schwangerschaft
Als ich schwanger war und im ersten Trimester gefühlt nur zwischen Dauerschläfrigkeit und Übelkeit pendelte, waren Filme für mich eine echte Rettung. Besonders Filme rund ums Schwangersein und Elternwerden. Sie haben mich nicht nur angenehm abgelenkt, sondern mir auch diese emotionalen Momente geschenkt von: „Ja, genau so fühlt es sich gerade an.“
Die Filme in meiner Auswahl zeigen realistische Momente rund um Schwangerschaft und Elternsein. Sie sind herzerwärmend, regen zum Nachdenken an und bewegen sich alle im Genre der (tragik-)romantischen Komödie. Keine Dramen oder Thriller – einige beginnen traurig, aber alle bringen ihr kleines Happy End mit.
Triggerhinweise findest du jeweils direkt bei den Filmen.
Ich habe die Trailer in der Originalsprache eingebunden, da sie so am authentischsten wirken. Auf YouTube sind zu den meisten Filmen aber auch deutsche Versionen verfügbar, oder es lassen sich deutsche Untertitel aktivieren.
Und jetzt: viel Spaß beim Stöbern!
1. Jenna’s Kuchen – Für Liebe gibt es kein Rezept (2007)
Originaltitel: Waitress
Jenna arbeitet in einem Diner, ist ungewollt schwanger und träumt davon, ihrem eintönigen Leben zu entkommen. Ihre große Leidenschaft sind selbst erfundene Pies – jede Sorte spiegelt ihre Gefühle wider. Ein leiser, aber berührender Film über Selbstfindung, Mut zur Veränderung und Schwangerschaft.
Triggerhinweis: Gewalt in der Partnerschaft
Jenna steckt in miserablen Umständen: eine gewalttätige Ehe, ein Job ohne Perspektive, eine ungeplante Schwangerschaft. Aber sie selbst ist nicht miserabel. Mit ihrer stillen Entschlossenheit, ihrer Kreativität (sie erfindet emotionale Kuchenrezepte) und besonderen Begegnungen wächst sie über sich hinaus.
Der Film erinnert daran, dass Schwangerschaft eine prädestinierte Zeit für persönliches Wachstum ist. Mit jeder Geburt wird nicht nur ein Baby, sondern auch eine neue Frau geboren. Die Schwangerschaft ist der vorbereitende Prozess dafür und Jenna erlebt ihn mit einigen Rückschlägen, aber trotzdem oder gerade deshalb mit einer inspirierenden Entwicklung.
Ein ruhiger Film und gerade deshalb so kraftvoll. Jennas Kuchen ist das genaue Gegenteil all der schrillen Komödien rund ums Schwangersein. Er ist leise, nüchtern, ehrlich. Und genau das macht ihn so besonders.
Und anders als viele romantisierte Filme zeigt dieser hier auch körperliche Realität jenseits der klassischen Morgenübelkeit wie zum Beispiel die Verunsicherung bei Blutungen im ersten Trimester.
Besonders berührt hat mich die Botschaft: Du bist nicht deine Situation. Selbst wenn die Umstände belastend sind, kann in dir etwas heilsames entstehen. Das macht Mut.
2. Friends with Kids (2011)
Originaltitel: Friends with Kids
Die Freunde Julie und Jason wollen beide Kinder, haben aber jeweils kein Glück in der Liebe. Daher entscheiden sie sich dazu, gemeinsam ein Baby zu bekommen – als Freunde ohne Liebesbeziehung. Der Film zeigt liebevoll Höhen und Tiefen von Freundschaft, Liebe und Co-Parenting.
Eltern werden – aber nicht als Paar. Friends with Kids zeigt eine Perspektive, die in Filmen selten Raum bekommt: Zwei Freunde entscheiden sich, gemeinsam ein Kind zu bekommen – ganz bewusst ohne Liebesbeziehung, dafür mit klaren Absprachen und geteilten Verantwortlichkeiten.
„Ich stehe hundertprozentig mit der Hälfte der Zeit hinter der Sache.“ – Jason
Was mir an diesem Film gefallen hat: Er ist sympathisch, ehrlich und irgendwie befreiend. Statt sich nach der Geburt zusätzlich auch noch als Paar neu finden zu müssen, stehen bei ihnen das Kind und die gemeinsame Organisation des Familienlebens im Fokus.
Der Film lädt damit ein, über die nahende Transformation der eigenen Partnerschaft nachzudenken: Welche Rollenbilder tragen wir noch mit uns herum? Wie wollen wir Verantwortung aufteilen, wenn das Baby da ist? Welche Erwartungen an Nähe, Freiheit oder Vereinbarkeit schlummern in uns?
Friends with Kids ist eine spannende Inspiration, um mit dem Partner über das echte Leben mit Kind ins Gespräch zu kommen.
3. Liebe in jeder Beziehung (1998)
Originaltitel: The Object of My Affection
Als sich Nina, frisch schwanger, in ihren schwulen Mitbewohner George verliebt, geraten Gefühle, Lebenspläne und Familienmodelle durcheinander – ein ruhiger, sensibler Film über unkonventionelle Wege zum Familienglück.
Was macht eine Beziehung aus – und wer eignet sich eigentlich wirklich, mit uns ein Kind großzuziehen? In Liebe in jeder Beziehung wird die Sozialarbeiterin Nina (Jennifer Aniston) von ihrem festen Freund schwanger, merkt aber schnell: Mit ihm will sie kein Kind großziehen. Stattdessen fühlt sie sich immer mehr zu ihrem Mitbewohner George hingezogen – einem homosexuellen Grundschullehrer.
Der Film nimmt sich Zeit, um leise und berührend über all das zu erzählen, was nicht in klassische Beziehungsmodelle passt: Freundschaft, Begehren, Enttäuschung, unerfüllte Sehnsucht – und den Wunsch nach echter Verbundenheit.
Es ist ein Film, der einen still zum Nachdenken bringt – über die Liebe, die bleibt, auch wenn sie nicht in klassische Bahnen passt, und über das, was wir eigentlich suchen, wenn wir von „Familie“ sprechen.
Am Ende entsteht eine ganz eigene Form von Familie – als liebevolle Patchwork-Konstellation, die so nicht geplant war, aber trägt.
Gerade in der Schwangerschaft, wenn sich viele Beziehungen neu sortieren oder verändert anfühlen, kann dieser Film ein stiller Spiegel sein. Er ist eine Einladung, ganz neu über Nähe, Verantwortung und Liebe nachzudenken.
4. Plan B für die Liebe (2010)
Originaltitel: The Back-up Plan
Zoe trifft auf ihren Traummann, aber plötzlich ist alles komplizierter als gedacht. Eine romantische Komödie über moderne Familienplanung, Timing und Schicksal.
Es ist einer der wenigen Filme, die eine Schwangerschaft wirklich von Anfang bis Ende zeigen. Er zeigt viele große und kleine Momente, die man selbst so gut kennt. Zoe, gespielt von Jennifer Lopez, entscheidet sich als Singlefrau für eine künstliche Befruchtung. Ausgerechnet am Tag des Eingriffs lernt sie ihren Traummann kennenlernt.
Was folgt, ist eine chaotisch-schöne Kennenlernphase, in der plötzlich nicht nur das Leben, sondern auch die Liebe auf den Kopf gestellt wird. Der Film erinnert daran, dass sich Familienplanung nicht immer planen lässt – auch nicht mit den modernsten Mitteln. Manches im Leben geschieht einfach.
Dabei fühlt sich Plan B für die Liebe herrlich vertraut an, wenn auch leicht überzeichnet: das Stillkissen im Bett, die Diskussionen über Kinderwagen oder die schwankende Libido. Vieles davon kennt man aus eigener Erfahrung.
Es ist kein tiefgründiges Drama, aber ehrliche, sympathische Unterhaltung mit einem liebevollen Blick auf viele Überraschungen, die eine Schwangerschaft mit sich bringt. Ein Film, den man sich in der nächsten Schwangerschaft gut noch einmal anschauen kann.
5. Was passiert, wenn’s passiert ist (2012)
Originaltitel: What to Expect When You’re Expecting
Fünf Paare erleben die Höhen und Tiefen rund ums Elternwerden. Zwischen Vorfreude aufs Baby, Fehlgeburt, Zwillingen und Vatergruppe wird kein Schwangerschaftsklischee ausgelassen.
Es ist definitiv der überdrehteste Film unter meinen Empfehlungen – mit einem Star-Ensemble, vielen parallelen Handlungssträngen und ordentlich Klamauk. Ich bin mit niedrigen Erwartungen rangegangen und wurde dann doch positiv überrascht.
Besonders gelungen finde ich, dass mehrere Schwangerschaften gezeigt werden: von der zufälligen, über die lang ersehnte bis zur adoptierten Elternschaft. So entsteht ein vielfältiges Bild, das es sonst selten zu sehen gibt. Auch die beschwerlichere Seite der Schwangerschaft bekommt Raum, sogar eine Fehlgeburt. Beides ist im Mainstream-Kino noch immer wenig vertreten, umso schöner, dass es hier nicht ausgeblendet wird.
Leider sind die meisten Dialoge flach und viele Szenen sehr klischeehaft. Dazwischen steckt aber immer wieder etwas, mit dem man sich identifizieren kann.
Ein Film, der nicht mit Tiefe punktet, aber durch sein breites Spektrum an Perspektiven trotzdem etwas mitgeben kann.
6. Ein Geschenk des Himmels – Vater der Braut 2 (1995)
Originaltitel: Father of the Bride Part II
Als George Banks erfährt, dass seine Tochter und seine Ehefrau schwanger sind, steht sein geordnetes Leben Kopf. Turbulente Familienkomödie mit 90er-Charme.
Ein klassischer 90er-Jahre-Film mit dem typischen Charme dieser Zeit. Er ist leicht überzeichnet, aber genau das macht den Reiz aus.
Hier werden gleich zwei Schwangerschaften parallel erzählt: die der Tochter und die der Mutter. Und mittendrin ist ein völlig überforderter Großvater in spe.
Die Familiendynamiken sind liebevoll erzählt, die Dialoge charmant, und die Situationskomik zündet besonders dann, wenn man selbst schwanger war oder ist. Zum Beispiel wenn die Klimaanlage auf Hochtouren läuft, aber den Schwangeren immer noch zu warm ist . So ein Detail versteht man erst so richtig, wenn man es selbst erlebt hat.
Es ist ein Film, der vor allem durch seine Wärme, den Humor und die generationsübergreifenden Familienmomente überzeugt. Ideal für einen gemütlichen Abend mit einem Schmunzeln.
7. Babyboom – Eine schöne Bescherung (1987)
Originaltitel: Babyboom
Eine erfolgreiche Karrierefrau muss sich plötzlich um ein Baby kümmern, das ihr ins Leben fällt, und lernt, ihr Leben neu zu ordnen.
JC, eine erfolgreiche Karrierefrau, wird völlig unerwartet zur Adoptivmutter eines Babys. Ihr Leben gerät aus der gewohnten Bahn. Genau darin liegt der Zauber dieses Films. Es geht um Entschleunigung, um das neue Leben auf dem Land, ums Durchatmen.
Toll ist vor allem die persönliche Entwicklung von JC: Sie entdeckt ganz neue Seiten an sich, ohne dass eine klassische Schwangerschaft dafür nötig gewesen wäre. Baby Boom zeigt, wie ein Kind das eigene Leben auf sanfte, aber tiefgreifende Weise verändern kann und wie viel Kraft und Kreativität das freisetzen kann.
Es ist ein herzerwärmender Film mit viel 80er-Charme. Er macht Mut, sich selbst neu zu entdecken und sich auf unerwartete Veränderungen einzulassen. Einer meiner Lieblingsfilme.
8. Noch drei Männer, noch ein Baby (1987)
Originaltitel: Three Men and a Baby
Drei Junggesellen müssen sich plötzlich um ein Baby kümmern und wachsen über sich hinaus. Komödie mit Herz, Chaos und viel Vaterliebe.
Es ist ein Klassiker mit herrlichem 90er-Charme und eine richtig schöne Möglichkeit, über die Vaterrolle nachzudenken.
Drei Junggesellen, ein Baby vor der Tür –und plötzlich müssen alle mit anpacken. Vieles ist natürlich überzeichnet, aber die Charaktere bleiben dabei erstaunlich authentisch. Man kann sich fast wünschen, selbst drei Papas gehabt zu haben. So viel Wärme, Humor und Chaos im besten Sinne.
Unvergesslich: der selbstgebastelte Rap zum Einschlafen.
Der Film zeigt auch, wie bereichernd es ist, wenn Väter ihren ganz eigenen Erziehungsstil entwickeln dürfen. Nicht so wie wir Mamas, aber genauso wertvoll. Oft übernehmen wir Frauen unbewusst eine dominante Rolle in der Erziehung. Dieser Film lädt dazu ein, das zu hinterfragen.
Wer die Charaktere liebgewonnen hat, freut sich über die Fortsetzung Drei Männer und eine kleine Lady, die das Familienchaos liebevoll weiterspinnt.
9. Jersey Girl (2004)
Originaltitel: Jersey Girl
Nach dem Tod seiner Frau muss ein junger Vater sein Leben völlig neu ordnen. Ein herzerwärmender Film über Verlust, Verantwortung und zweite Chancen.
Triggerhinweis: Tod der Mutter bei der Geburt
Es ist ein weiterer Film, der die Vaterrolle in den Mittelpunkt rückt – diesmal aus der Perspektive eines Witwers. Nach dem plötzlichen Verlust seiner Frau zieht Ollie mit seiner kleinen Tochter zu seinem eigenen Vater in die Heimat nach New Jersey. Sein Herz aber hängt zwischen Trauer, Verantwortung und den verpassten Chancen in New York.
Die Entwicklung, die Ollie durchmacht, ist berührend und authentisch. Sie erinnert einen daran, wie heilsam es ist, die aktuelle Lebensphase anzunehmen, statt sich innerlich an das „alte Leben“ zu klammern. Wenn wir nur darauf warten, dass es wieder wird wie früher, verpassen wir das eigentliche Leben mit unseren Kindern.
Jersey Girl lässt einen spüren, wie herausfordernd das Alleinerziehen sein kann. Der Film zeigt auch, wie wichtig Familie und Community sind, gerade dann, wenn man sich selbst verloren fühlt. Eine wunderbare Anregung dazu, die eigene Partnerschaft und Unterstützung neu zu schätzen.
10. Jack und Sarah – Daddy im Alleingang (1995)
Originaltitel: Jack and Sarah
Jack verliert seine Frau bei der Geburt seiner Tochter – und erwacht bewusstlos im Krankenhaus. Nach ersten Widerständen entdeckt er langsam seine Vaterrolle und findet seinen Weg zurück ins Leben.
Triggerhinweis: Tod der Mutter bei der Geburt
Es ist ein stiller, britischer Film, der ganz ohne Hochglanz-Momente und perfekte Babybilder auskommt. Gerade deshalb berührt. Erzählt wird der leise, reale Weg eines Mannes, der plötzlich allein mit einem Neugeborenen dasteht.
Was ich an diesem Film so besonders finde: Alles fühlt sich menschlich an, ganz ohne Kitsch. Jack ist weit entfernt vom Idealbild des perfekten Vaters. Nach und nach entwickelt er aber eine herzerwärmende, echte Beziehung zu seiner Tochter.
Mit seinen Eltern und Schwiegereltern, einem obdachlosen, ehemals alkoholkranken Freund und einer eigensinnigen amerikanischen Nanny entsteht eine Konstellation, in der Heilung möglich wird. Diese geschieht langsam, unaufgeregt, aber kraftvoll.
Auch dieser Film zeigt wieder, wie wichtig es ist, sich helfen zu lassen, Community zuzulassen und das neue Leben anzunehmen. Erst wenn wir aufhören, dem „alten Leben“ hinterherzutrauern, sind wir wirklich bereit, im Leben mit einem Kind anzukommen.

Das waren meine liebsten Schwangerschaftsfilme. Sie haben mich begleitet, berührt, abgelenkt und eingestimmt. Vielleicht ist ja auch etwas für dich dabei.
Falls du gerade schwanger bist: ich wünsche dir von Herzen eine gute Zeit. Und falls du einfach so Lust auf ein paar Filme rund ums Elternwerden hast, dann viel Spaß!
